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KI-SMILE
Einsatz neuer Medien im Bauingenieur-Studium im Konstruktiven Ingenieurbau
Fachgebiet(e): Ingenieurwissenschaften,
Abstract: Digitale Medien werden im Bauingenieurstudium bisher wenig eingesetzt. Vielmehr beherrschen traditionelle Hilfsmittel wie Dia- und Overhead-Projektoren sowie die Tafel die Präsentation. Aus finanziellen und zeitlichen Gründen können im Laufe des Studiums nur wenige experimentelle Labordemonstrationsversuche an Bauteilen vorgeführt werden, sofern eine Hochschule derartige Möglichkeiten hat. Für die Nach- und Vorbereitung des Vorlesungsstoffes sind die Studierenden auf Mitschriften, Skripte, Lehrbücher angewiesen.
Erst seit wenigen Jahren ist die PC Hard- und Software so preiswert und leistungsfähig geworden, dass auch berufsspezifische Programme in der Lehre und im Eigenstudium eingesetzt werden können. Allerdings erfordert die Nutzung dieser Software erhebliche Grundkenntnisse, da sie nicht speziell für Ausbildungszwecke konzipiert ist, sondern für den in der Praxis bereits tätigen Ingenieur. Sie ist daher weitgehend auf die ein oder zwei letzten Studienjahre begrenzt. Die Voraussetzung für die sinnvolle Nutzung ist jedoch, die Grundzusammenhänge erkannt und verstanden zu haben. Gerade dieses aber bereitet den Studierenden teilweise erhebliche Schwierigkeiten.
Ziel ist es, für das Studium des Bauingenieurwesens ein lehrbegleitendes Medium zu schaffen, welches fünf zentrale Probleme der Bauingenieurausbildung deutlich verringern soll. Dies sind: das häufig mangelnde Vorstellungsvermögen der Studierenden, wenn es gilt, von einer Zeichnung mit Grundrissen, Ansichten und Schnitten ein Bild von einer realen Konstruktion zu entwickeln, die nur gering vernetzten Grundlagenfächer, wie z. B. Statik, Baustoffkunde, Bauphysik, Baukonstruktion, Baubetrieb, Massivbau in ihren Bezügen untereinander darzustellen, die ingenieurmäßige Modellfindung und -bildung (von der realen 3d-Konstruktion zur Strichskizze für die statische Berechnung bis zur 3d-Ausführungszeichnung), die Darstellung des Vergleichs der theoretischen Berechnungen mit an realen Konstruktionen durchgeführten Belastungsversuchen, um einerseits sensibilisiert zu werden für die vielen Ungenauigkeiten, die aus den Rechenannahmen resultieren, andererseits zu erkennen, wie wichtig es ist, ein Gespür für das Verformungsverhalten zu entwickeln; die Relativierung der Bedeutung von Normen und Regelwerken.
Vorgesehen ist, eine Plattform zu schaffen, welche die Zusammenhänge zwischen Praxis, Theorie und Berechnungsmethoden so veranschaulicht, dass sie dem Rezipienten durch Film, Animation und Simulation verknüpft mit interaktiven Aufgaben die Bewältigung des Grund(fach)studiums erleichtert und diese Plattform mit ersten neu zu entwickelnden Modulen zu füllen. Die komplexe Welt des Bauens wird durch dieses studienbegleitende Ausbildung- und Informationssystem multimedial erfahrbar.
Die zu entwickelnden Module sollen allen interessierten Hochschulen frei zugänglich sein und im Internet bzw. auf digitalen Speichermedien zur Verfügung stehen. Sie werden innerhalb und zur Begleitung der regulären Lehrveranstaltungen eingesetzt und so aufbereitet sein, dass die Nutzung mit Einsatz von Standardhardware für das Selbststudium und die Nachbereitung genauso möglich ist wie die Nutzung des Systems im Hochschulbereich.
Das System wird technisch so umgesetzt, dass die Modulerweiterung, durch andere Hochschulen und Firmen der Baubranche, auf einfache Weise (durch Zugriff auf ein Redaktionssystem) möglich ist. Hierdurch wäre dann beispielweise die Einbindung von Aufzeichnungen kosten- und personalaufwendiger experimenteller Untersuchungen anderer Hochschulen möglich.
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