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Projektträger
Neue Medien in der
Bildung + Fachinformation


Quelle: SoFa - Studium ohne Festnetzanschluß
(Dokument zuletzt geändert: 04.03.2005, 18:10:49) St. Augustin: Projektträger Neue Medien in der Bildung + Fachinformation.
Online im Internet: URL: http://www.medien-bildung.net/projekte/201/projekt_201.php [ausgedruckt: 13.03.2010, 22:39:42].


Projekt-Archiv Steckbrief

SoFa - Studium ohne Festnetzanschluß an der Universität Ulm

Fachgebiet(e): Notebook-University,

Abstract:
Ziel des in insgesamt vier Teilprojekte gegliederten Vorhabens ist die Weiterentwicklung von lernförderlichen Infrastrukturen für die Präsenzuniversität unter der speziellen Berücksichtigung des Einsatzes mobiler Rechner in der Lehre. Der Schwerpunkt der Projektarbeiten in Ulm liegt dabei auf der Entwicklung einer Diensteinfrastruktur, die neue multimediale Dienste alltagstauglich in die Forschung und Lehre einbringt und so den Einsatz multimedialer Lehrinhalte in der studentischen Ausbildung unterstützt. Ziel ist es zudem, die multimedialen Lehr- und Lernarrangements an die Möglichkeiten der mobilen Nutzung zu adaptieren.
Im Rahmen dieses Projektes werden konkret folgende Teilprojekte von den genannten Einrichtungen der Universität Ulm durchgeführt:

  • Teilprojekt 1: "Implementierung einer Diensteinfrastruktur" (Kommunikations- und Informationszentrum/Fachbereich Informatik)
  • Teilprojekt 2: "Docs ´n Drugs - Die virtuelle Poliklinik" im Querschnittsfach Infektiologie (Fachbereich Medizin)
  • Teilprojekt 3: "Softwaregrundpraktikum SOPRA" (Fachbereich Informatik)
  • Teilprojekt 4: "Feedback- und Coachingsystem" (Pädagogische Psychologie)

Die in Teilprojekt 1 aufzubauende Diensteinfrastruktur soll verschiedene hochschulweite Dienste in integrierter Form als Digitalen Studiendienst zur Verfügung stellen unter Berücksichtigung des Einsatzes mobiler Rechner; dabei sollen folgende Anforderungen erfüllt werden:

  • Es muss ein kontinuierlicher Netzzugang in bestimmten öffentlichen Bereichen des Campus sowie in den Hörsälen und Seminarräumen durch Funkvernetzung gewährleistet werden unter Berücksichtigung von Sicherheitskonzepten.
  • Auch wenn mobile Rechner eine persönliche Arbeitsumgebung bereitstellen, die i.Allg. individuell konfiguriert und genutzt wird, muss für weniger versierte Nutzer eine Standard-Konfigurierung angeboten werden, unter der die Nutzung aller hochschulweit verfügbarer Dienste ermöglicht wird.
  • Die Bereitstellung und der Zugriff auf die Daten muss unabhängig von den Zugangs- und Bearbeitungsgeräten sein, und es muss redundante Datenhaltung vermieden werden.
  • Um genügend Flexibilität gegenüber neuen Anforderungen und Erweiterungen aufweisen zu können, muss der Aufbau möglichst modular sein und offene Standards bei den Schnittstellen berücksichtigen.
  • Die Möglichkeit zum "offline"-Arbeiten muss geeignet unterstützt werden; lokale Daten müssen gesichert und mit dem Datenbestand auf dem Server synchronisiert werden.
  • Es muss eine allgemeine, übergeordnete Zugriffsstruktur auf die verschiedenen hochschulweiten Dienste geben, die in übersichtlicher Weise und leicht bedienbar den Zugriff auf die Diensteinfrastruktur ermöglicht und gleichzeitig genügend Flexibilität bietet, um die Anpassung an die persönlichen Bedürfnisse durch den einzelnen Nutzer in personalisierten Sichten zu ermöglichen.
  • Das Diensteangebot muss sich kontinuierlich weiterentwickeln und den Digitalen Studiendienst dynamisch erweitern können, um den Einsatz und den Ablauf der multimedialen Lehr- und Lernarrangements nach Bedarf zu unterstützen unter Berücksichtigung der jeweiligen Mobilitätsanforderungen.

Die Teilprojekte 2 und 3 dienen der zielorientierten Umsetzung der Diensteinfrastruktur an der Universität Ulm: Die konkrete Realisierung der Diensteinfrastruktur wird flankiert von zwei exemplarischen Lehr-/Lernszenarien, die innerhalb der Teilprojekte 2 und 3 realisiert werden sollen und während des Aufbaus der Diensteinfrastruktur als Referenzanwendungsfälle der formativen Evaluation und Steuerung dienen. Es handelt sich dabei konkret um die folgenden beiden Anwendungsfälle für Lehr-/Lernszenarien unter Einbeziehung mobiler Rechner:

  • Anwendungsfall "Individuelles selbstgesteuertes Lernen mit Web-based Training":

Dieses Anwendungsszenario wird unter Verwendung von Docs ´n Drugs im Querschnittsfach Infektiologie der Medizin erprobt. (Teilprojekt 2)

  • Anwendungsfall "Problemorientiertes gesteuertes, tutoriell unterstütztes Lernen im Team":

Dieses Anwendungsszenario wird am Softwaregrundpraktikum des Studiengangs Informatik-Intensiv erprobt. (Teilprojekt 3)
Beide Szenarien stellen wichtige zukünftige Lehr-/Lernarrangements dar, die viele der oben genannten Anforderungen an eine Diensteinfrastruktur aktuell stellen. Da beide Anwendungsfälle bereits heute inhaltlich ausgereift und im Curriculum etabliert sind (bislang allerdings ohne Berücksichtigung der Mobilität von Studierenden), sind sie in idealer Weise für ein frühes Überprüfen und permanentes Anpassen des Diensteangebots unter Einbeziehung des Einsatzes mobiler Rechner geeignet.

Curriculare Einbettung von Docs ´n Drugs (Teilprojekt 2):

Durch die neue Approbationsordnung für Ärzte und die damit verbundene Reformierung des Studiengangs Medizin ab dem WS 02/03 beginnt eine horizontale und vertikale Vernetzung von klinischen und vorklinischen Lehrinhalten, sowie die Intensivierung der klinischen Praktika und der Seminarveranstaltungen. Die aktuellen Aktivitäten von Docs ´n Drugs im Pflichtunterricht (z. B. Einführung in die Klinische Medizin, Kurs der Inneren Medizin) und Wahlpflichtunterricht werden dabei hinsichtlich des fachlichen und zeitlichen Umfangs ausgebaut. Des weiteren wird Docs ´n Drugs in den Praktika für Neurologie und Gynäkologie eingesetzt. Ausgehend von den bereits bestehenden "Keimzellen" wird Docs ´n Drugs mit dem Querschnittsfach Infektiologie für den klinischen Abschnitt des Medizinstudiums zu einer zentralen Lehrveranstaltung. Auf Grund der Verteilung der Studenten auf mehrere Stationen und unterschiedliche Zeitfenster, die für den Unterricht zur Verfügung stehen, eignet sich ein mobiles, zeitungebundenes Lehrsystem wie Docs ´n Drugs für diese Zwecke besonders gut.

Curriculare Einbettung des Softwaregrundpraktikums SOPRA (Teilprojekt 3):

Das Softwaregrundpraktikum (SOPRA) ist eine Pflichtveranstaltung im Grundstudium Informatik, bei der industrielle, best-practice Vorgehensweisen der Softwareerstellung an realen Aufgabenstellungen (durch externe "Kunden") erlernt und erprobt werden. Diese Lehrveranstaltung ist charakterisiert durch Teamarbeit (mit all den bekannten technischen, organisatorischen und psychologischen Problemen) sowie intensive Kommunikation und Interaktion (im Team sowie zwischen Team, Coach, Projektleiter und Auftraggeber). Insofern bietet diese Lehrveranstaltung ein zu Docs ´n Drugs vollständig komplementäres Anwendungsszenario, das aufgrund der besonderen Gegebenheiten im Diplomstudiengang Informatik-Intensiv (kompakte Organisationsform bei beschränkter Teilnehmerzahl) ein ideales Testfeld für die zu entwickelnde Diensteinfrastruktur darstellt. Die gewonnenen Erkenntnisse können nachhaltig auf andere Lehrveranstaltungen desselben Typs übertragen werden.

Pädagogisch-Psychologische Begleitforschung (Teilprojekt 4):

Die über die Diensteinfrastruktur zugänglichen oben beschriebenen Lernprozessezeichnen sich durch einen Zugewinn an Autonomie aus. Neben den damit verbundenen Vorteilen erwachsen daraus aber auch steigende Anforderungen an die Studierenden: Sie müssen ihren Lernprozess zunehmend selbst organisieren und regulieren, ob beim individuellen oder beim teambasierten Lernen. Mangelt es an diesbezüglichen Kompetenzen, besteht die Gefahr, dass die chancenreichen Lernprozesse scheitern. Ziel der pädagogisch-psychologischen Begleitforschung ist es deshalb, entsprechende Fördermöglichkeiten bei der Nutzung mobiler und zeitunabhängiger Lehr-Lern-Arrangements zu entwickeln und zu erproben. In Kooperation mit Teilprojekt 2 sollen exemplarisch basierend auf dem mobilen und zeitungebunden Lehr-Lernsystem Docs ´n Drugs (dem ersten genannten Anwendungsfall) Prozesse des selbstgesteuerten Lernens untersucht, Ansatzstellen für deren Förderung identifiziert und ein Feedback- und Coachingsystem implementiert werden. Dieses System soll die Lernenden bei der Selbstregulation ihres Lernens unterstützen, ohne ihre neu gewonnene Autonomie bei der ubiquitären Nutzung zu beschneiden. Die Forschungen beinhalten auch eine systematische Evaluation des Umgangs der Lernenden mit dem System auf verschiedenen Ebenen (z.B. Analyse der potenziellen Nutzer, Analyse der Wechselwirkungen zwischen Software-Tools, Material und Lerner, Analyse von Maßnahmen zur social implementation, Analyse von Wechselwirkungen des nach Orts- und Zeitwahl freien Lernens mit herkömmlichen Formen des Unterrichts). Empirisch kommen verschiedene Methoden zum Einsatz: Online- und herkömmliche Befragungen, systematische Verhaltensbeobachtungen sowie ein learner tracing zur Untersuchung von Lernprozessen auf der Mikroebene. Die Entwicklung der Feedback- und der Interaktionsmodule soll derart geschehen, dass eine Anpassung an andere Veranstaltungsinhalte ohne Schwierigkeiten vorgenommen werden kann.

Projektleitung: Prof. Dr. Peter Kern, Studiendekan der Medizin. Fakultät

Ansprechpartner der beteiligten Teilprojekte:

Teilprojekt 1 (Kommunikations- und Informationszentrum / Informatik): "Dienstinfrastruktur"

Teilprojekt 2 (Querschnittsfach Infektiologie): "Docs ´n Drugs"

  • Sektion Infektiologie und Klinische Immunologie, Medizin. Universitätsklinik Abteilung Med. Mikrobiologie und Hygiene, Universitätsklinik Ulm. Ansprechpartner: Dr. Tim Pietzcker , Prof. Dr. Peter Kern, Prof. Dr. Reinhard Marre

Teilprojekt 3 (Informatik): "Softwaregrundpraktikum SOPRA"

  • Programmiermethodik und Compilerbau (Fakultät für Informatik). Ansprechpartner: Prorektor Prof. Dr. Helmuth Partsch
  • Abteilung Medieninformatik (Fakultät für Informatik). Ansprechpartner: Studiendekan Informatik Prof. Dr. Michael Weber

Teilprojekt 4 (Pädagogische Psychologie): "Feedback- und Coachingsystem"

  • Abteilung Pädagogische Psychologie, Seminar für Pädagogik der Universität Ulm. Ansprechpartner: Dr. Markus Dresel , Prof. Dr. Albert Ziegler